Mit dem Rücken an der Wand

Er liegt wach im Bett und das Fenster ist auf, dumpf dringt der Lärm von der Straße herauf, dumpf ist das Echo aus seinem Bauch, sein Herz ist wie die Wüste – heiß und leer. 

Er schaut auf die Uhr, ob es Zeit ist zu gehen, springt in seine Klamotten, trinkt den Kaffee im stehen, rennt aus seinen vier Wänden, um dem Nichts zu entgehen, denn er glaubt, da draußen gäb es soviel mehr. 

Er läßt sich fallen in den Tiefenrausch der Sinne, alles was er will steht dort für ihn bereit. 

Er packt alles ein, und er schafft es nach Hause, er kippt es auf den Boden, doch da ist nichts, was er braucht. 

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne, du siehst nicht doch Du spürst, was Du vermisst. Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille, will nur, dass der Himmel Deine Erde küßt. 

Dieser Blick am Morgen, sie kennt ihn genau, steht vorm Spiegel und schminkt sich Farbe ins Grau, die Seele zersplittert, gut abgedeckt sticht in ihr Herz doch sie geht drüber weg. 

Jedes Lächeln gezielt, jeder Blick überlegt, keine Bewegung, die nicht was bewegt fühlt sich sicher die Fäden in der Hand, den Zufall kühl berechnet und gebannt. 

Sie läßt sich fallen in das Paradies der Lichter, tanzt bis der Boden unter den Füßen bebt. 

Sie fliegt durch die Nacht und sie landet vorm Spiegel, die Farben sind zerlaufen und ihr Traum explodiert. 

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne, du siehst nicht, doch Du spürst, was Du vermisst. Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille, will nur, dass der Himmel Deine Erde küßt. 

(Text: Purple Schulz)

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