Dumm und reich

Wenn’s ihm gut geht fällt ihm gar nichts ein, 
wenn’s ihm schlecht geht geht’s ihm besser 
und dann taucht er in sich selbst hinein – dieses stehende Gewässer. 
Keine Ahnung wie das funktioniert, 
wenn er singt vor all‘ den Leuten 
tät er’s nicht, wär er wohl deprimiert, 
doch so spart er sich den Therapeuten. 

Andre nehmen Antidepressiva, 
andre saufen sich die Birne weich, 
und wieder andre werden immer aggressiver, 
doch er verdient sich daran dumm und reich. 

Seine Frau hat sich von ihm getrennt und das Haus für sich behalten, 
da war er in seinem Element und begann sich zu entfalten. 
Da bekamen wie von Geisterhand die Gedanken plötzlich Flügel, 
und er ritt auf ihnen elegant in den Himmel ohne Zügel. 

Andre nehmen Antidepressiva, 
andre saufen sich die Birne weich, 
und wieder andre werden immer aggressiver, 
doch er verdient sich daran dumm und reich. 

Als ihr Anwalt auch das Sorgerecht für den Hund und seine Söhne 
für sie durchgeboxt hat ging‘s ihm schlecht, doch er fand dafür die Töne. 
Und wo eben nichts als Nebel war, scheint die Sonne auf den Kummer 
dieser Zustand ist ganz annehmbar und er macht daraus `ne Nummer. 

Andre nehmen Antidepressiva, 
andre saufen sich die Birne weich, 
und wieder andre werden immer aggressiver, 
doch er verdient sich daran dumm und reich. 

(Text: Purple Schulz, inspiriert durch Robert Gernhard)

Newsletter