Der Stand der Dinge

Dass ich nachts nicht schlafen kann,
weil die Gedanken mich befallen
Ich wach lieg bis zum Morgengrauen
ohne Gott und Selbstvertrauen
Und Zeilen, die gerade aufgeschrieben
verwerf ich, find sie untertrieben
angepasst, zurechtgebogen
Um nicht zu sagen: glatt gelogen
Dass ich nicht anders kann
und nur darüber singe:
das ist der Stand der Dinge

Dem Elend Ausdruck zu verleihen
und meine Wut hinaus zu schreien
Das fällt mir schwerer Tag für Tag
So schwer, dass ich fast nicht mehr mag
Denn jeder positive Text
klingt für mich wie aufgesetzt
Den ausgerollten Teppich braucht
die Hoffnung nicht. Wozu denn auch?
Dass ich bei jedem Lied mich frag
was es letztlich bringt:
das ist der Stand der Dinge

Das Fernsehen rauscht nach Sendeschluss
Bin eingeschlafen, doch dein Kuss
der weckt mich auf, du streichelst mich
Ganz nah vor mir ist dein Gesicht
Du schaust mich an, du bist so Frau
du bist so Mensch und ganz genau
der Grund, warum ich immer noch
nicht aufgegeben hab. Und doch
spielt mancher irgendwo im Land
mit einer scharfen Klinge:
das ist der Stand der Dinge

(Musik: Purple Schulz, Josef Piek & Dieter Hoff / Text: Purple Schulz)

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